Käthe Krusewww.kaethe-kruse.de

Die erfolgreiche Puppenmacherin wird unter dem Namen Katharina Simon am 17. September 1883 in Breslau geboren, wo sie trotz vieler Entbehrungen eine von Mutterliebe erfüllte Kindheit erlebt. Ihre Liebe zur Literatur und die aufregenden Theaterbesuche mit ihrer Tante gehören zu den schönsten Momenten ihrer Jugendzeit und wecken in ihr den Wunsch, selbst die Bühne zu erobern. Nach ihrer Ausbildung zur Schauspielerin erhält die erst 17jährige ihr erstes Engagement in Berlin.

Schon bald macht sie sich unter dem Bühnennamen Hedda Somin einen Namen, reist zu Gastspielen nach Warschau und Moskau und steht mit einem festen Engagement in Berlin auf eigenen Füßen. Im Künstler- und Literatenzirkel Berlins lernt sie den berühmten Bildhauer Max Kruse kennen und lieben. Bald darauf wird die junge Frau Mutter und widmet ihre Zeit der liebevollen Erziehung ihrer wachsenden Kinderschar. Handelsübliche Puppen stehen als Spielzeuge weder für Max noch für Käthe Kruse zur Diskussion.

Im Gegensatz zu den steifen, kalten und zerbrechlichen Porzellanpuppen sollen ihre Kinder mit weichen und warmen Puppen zum Liebhaben spielen. So beginnt Käthe Kruse 1905 Puppen für ihre Kinder zu fertigen. 5 Jahre später stellt sie ihre Puppekreationen in einem Berliner Warenhaus aus. Mit zwei Großaufträgen aus Amerika in der Tasche gründet Käthe Kruse ihre eigene Puppenwerkstätte in Bad Kösen.

Die Berufsbezeichnung „Kauffrau“ hat sich neben dem Kaufmann zu dieser Zeit noch nicht etabliert, also bezeichnet Käthe Kruse sich selbst als weiblichen Kaufmann und führt ihr wachsendes Unternehmen mit Geschick, Kreativität und der nötigen Portion Durchsetzungsvermögen zu weltweitem Erfolg. Schon in den ersten Jahren lanciert sie zahlreiche Zeitungsartikel und Werbeanzeigen ihres Unternehmens in nationalen und internationalen Zeitschriften, publiziert Kataloge und verschickt Werbepostkarten.

Als Geschäftsreisende hält sie den persönlichen Kontakt zu ihren Kunden und schafft es nebenher ihre sieben Kinder großzuziehen. Die Teilnahme an der Weltausstellung in Gent 1913 und der Pariser Weltausstellung 1937 stellen Höhepunkte in der Firmengeschichte dar. Nach dem zweiten Weltkrieg sichert Käthe Kruse Einkaufs- und Exportmöglichkeiten durch die Errichtung von Zweigwerken in den westlichen Zonen, zusätzlich zum Hauptwerk im sowjetisch besetzten Bad Kösen, an welchem sie bis 1950 festhält.

Die folgende Enteignung und Umwandlung ihrer Werkstätte zum volkseigenen Betrieb (VEB) erlebt sie aus den neu aufgebauten Werkstätten im bayerischen Donauwörth, wo die Käthe Kruse Puppen noch heute in traditioneller Handwerkskunst gefertigt werden. In ihrer 1951 veröffentlichten Biografie blickt Käthe Kruse auf die spannenden Jahre des Erfolges und der schwersten Not zurück.

1956 erhält sie das Bundesverdienstkreuz erster Klasse und reicht – über 70jährig – ihre Werkstätte an die Kinder weiter. Kurz vor ihrem 85. Geburtstag verstirbt Käthe Kruse am 19. Juli 1968 im Kreise der Familie.